#StuckatHomeMVS: Maya Schweizer „Stimmen“ – Filmprogramm Teil 2

Am 21. Oktober wurde im Museum Villa Stuck die Ausstellung „Stimmen“ von der Künstlerin Maya Schweizer eröffnet, die bislang umfassendste museale Präsentation ihrer Arbeiten. Da die Museen momentan aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind, hat Maya Schweizer gemeinsam mit der Kuratorin der Ausstellung, Sabine Schmid, ein Filmprogramm zusammengestellt hat, das in den kommenden Wochen in vier Teilen gezeigt wird. Diese Woche stellen wir den zweiten Teil des Filmprogramms vor, der für einen begrenzten Zeitraum im Rahmen von #STUCKATHOMEMVS auf dem Youtube-Kanal des Museums Villa Stuck abrufbar ist. 

Diese Woche können Sie sich die Filme „I, an Archeologist“, „La main seule“ und „Under the Gardens, Villa Torlonia (Sous les Jardins, Villa Torlonia)“ anschauen, der nur während dieses Programms begleitend zur Ausstellung laufen wird.

I, an Archeologist
Video, 20ʹ, 2014


Maya Schweizer, I, an Archeologist, Installationsansicht Museum Villa Stuck, 2020 Foto: Jann Averwerser © Maya Schweizer und VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Eine junge Archäologin, die als Fremdenführerin arbeitet, befindet sich zusammen mit ihrem Lichttechniker und einer imaginären Gruppe in einem dunklen Raum. Sie probt gerade ihren Rundgang durch die jüdischen Katakomben von Rom. Die Szene wird zu einem Monolog der jungen Frau, in dem sie Fragmente der Geschichte der Katakomben mit Gedanken zu ihrem eigenen Aussehen und auch mit Anweisungen an den Lichttechniker vermischt. Die Darstellung wechselt zwischen einem Bühnenstück und dem realen historischen Schauplatz.

 

Under the Gardens, Villa Torlonia (Sous les Jardins, Villa Torlonia)
Video, 4′, 2014

Der Film Under the Gardens, Villa Torlonia zeigt den öffentlichen Park der Villa Torlonia, unterhalb derer sich einige der Katakomben befinden. Die Kamera beobachtet, tastet ab, zeigt Ausschnitte und Totalen aus verschiedenen Perspektiven. Gefundene Filmsequenzen und zeitgenössisches Material überlagern sich zu einem Porträt der Villa, das seine Motive ebenfalls nicht offen legt.

Der Dialog dieses Films mit I, an Archeologist liefert Hinweise, dass auch die Villa Torlonia selbst ein Puzzelteil aus der Geschichte ist, das nach einer Einordnung verlangt. Maya Schweizers Arbeiten fordern genau eine solche Kontextualisierung heraus, ohne eine Interpretation jedoch vorweg zu nehmen.

Text: Arne Linde

 

La main seule
Video, 3ʹ, 2014


Maya Schweizer, La main seule, Installationsansicht Museum Villa Stuck, 2020 Foto: Jann Averwerser © Maya Schweizer und VG Bild-Kunst, Bonn 2020

La main seule ist eine Stilübung, die aus den Outtakes des Films I, an Archeologist besteht. Die Hand ist auch das Thema von La main seule, einem kurzen Stummfilm, der dieselbe Sequenz in einer experimentelleren und verträumteren Weise thematisiert. In einer Geste, die an die ersten Formen der Malerei erinnert – jene Handabdrücke, die in den Grotten von Lascaux gefunden wurden –, wird die Möglichkeit einer Begegnung mit der Zeit offenbart. Es ist also eine ganz andere Art des Wissens, die uns verborgene Erzählungen offenbaren kann.

Text: Cecilia Canziani

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